Mythos: «Mit Musik lerne ich besser.»
Von Arto Steiner · aktualisiert am
Viele lernen mit Kopfhörern. Musik macht gute Laune und blendet Lärm aus. Doch sobald gesungen wird, konkurrieren die Wörter im Song mit den Wörtern im Buch.
Was die Forschung zeigt
In einer Studie lasen Versuchspersonen Texte in Stille, mit Musik ohne Gesang und mit Musik mit Gesang, teils mit ihrer Lieblingsmusik. In Stille und mit Musik ohne Gesang verstanden sie gleich viel. Mit Gesang schnitten sie schlechter ab, egal ob sie die Musik mochten.
Bei Routinearbeit wie Aufräumen oder Unterlagen ordnen ist Musik weniger ein Problem. Und als Belohnung ist sie ideal (siehe «Kopple Mühsames mit etwas, das du magst.»).
Wie gut ist das belegt?Gut belegt
Eine Auswertung von 65 Studien bestätigt: Gesang stört beim Lesen ähnlich stark wie Gespräche, Instrumentalmusik kaum.
So probierst du es aus
- 1Beim Lesen: Stille oder Musik ohne Gesang. Klassik, Instrumentales oder einfach Ruhe.
- 2Lärm anders ausblenden. Naturgeräusche, gleichmässiges Rauschen oder Gehörschutz.
- 3Die Lieblingssongs danach. Als Belohnung nach dem Lernblock, laut und mit Mitsingen.
Zum Lesen leise, zum Feiern laut.

So habe ich es erlebt
Ich schaffe es beim besten Willen nicht, bei der Arbeit Musik zu hören. Ich habe es ein paar Mal versucht und ziemlich bald wieder abgestellt. Was bei mir funktioniert: Kopfhörer mit Noise Cancelling, damit ich gar nichts höre. Oder White Noise, ein gleichmässiges Rauschen, das störende Geräusche überdeckt.
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