Iss zuerst den Frosch.
«Eat the Frog» heisst ein bekannter Ratschlag des Autors Brian Tracy: Wenn du jeden Morgen einen Frosch essen musst, dann tu es gleich als Erstes. Der Frosch ist die Aufgabe, vor der es dir am meisten graut. Beim Lernen ist das oft das schwierigste Kapitel oder die Übung, die du seit Tagen vor dir herschiebst.
Warum das wirkt
Was du aufschiebst, begleitet dich den ganzen Tag. Es nagt im Hintergrund und kostet Kraft, auch wenn du etwas anderes machst. Ist es erledigt, ist der Kopf frei.
Ehrlich gesagt: Das ist ein Ratschlag aus der Praxis, keine Studie. Er passt aber gut zu dem, was wir über Aufschieben wissen: Der Widerstand ist vor dem Start am grössten. Wer früh startet, gibt ihm weniger Zeit zu wachsen.
Der Frosch passt aber nicht zu allen. Manche kommen besser in Fahrt, wenn sie mit etwas Kleinem und Leichtem beginnen und sich langsam steigern: Das erste Häkchen gibt Schwung für das nächste (siehe «Mach den Anfang lächerlich klein.»). Welcher Weg besser ist, lässt sich nicht allgemein sagen. Probier beides aus und finde heraus, was zu dir passt.
So probierst du es aus
- 1Am Vorabend den Frosch bestimmen. Welche Lernaufgabe schiebst du am meisten vor dir her? Schreib sie auf einen Zettel.
- 2Gleich als Erstes anpacken. Vor Mails, Handy und allem anderen. Mindestens 25 Minuten (siehe «Lern in Blöcken. Mach Pause nach Plan.»).
- 3Ist der Frosch zu gross, schneid ihn klein. Statt «Kapitel 5 lernen»: «die ersten drei Seiten zusammenfassen» (siehe «Mach den Anfang lächerlich klein.»).
- 4Beide Wege testen. Eine Woche startest du mit dem Frosch, eine Woche mit etwas Kleinem. Danach vergleichst du: An welchen Tagen hast du mehr geschafft, und wie hast du dich dabei gefühlt?
Der Frosch wird nicht kleiner, wenn du ihn anschaust.
Welche Methoden passen zu deinem Kopf?
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