Kurz und oft schlägt lang und einmal.
Am Abend vor der Prüfung drei Stunden am Stück: Das kennen fast alle. Am nächsten Tag ist vieles noch da, eine Woche später kaum mehr etwas. Verteilst du dieselbe Zeit auf mehrere kurze Einheiten, bleibt deutlich mehr hängen.
Warum das wirkt
Zwischen zwei Lerneinheiten vergisst du ein wenig. Wenn du das Wissen danach wieder hervorholst, muss dein Gedächtnis arbeiten, und genau das macht es stabiler.
Dieser sogenannte Verteilungseffekt gehört zu den am besten belegten Ergebnissen der Lernforschung. Eine Auswertung von über 300 Experimenten kam klar zum Schluss: Verteiltes Lernen schlägt Lernen am Stück.
Im Internet kursieren dazu Faustregeln mit Zahlen. Bei der 2-3-5-7-Methode wiederholst du am 2., 3., 5. und 7. Tag nach dem ersten Lernen. Bei 7-3-2-1 zählst du rückwärts: sieben, drei, zwei und einen Tag vor der Prüfung. Die genauen Zahlen sind nicht erforscht. Entscheidend ist das Prinzip dahinter: wiederholen, kurz bevor du vergisst, und die Abstände nach und nach vergrössern.
So probierst du es aus
- 1Heute lernen. Nimm dir einen überschaubaren Teil vor, nicht das ganze Kapitel.
- 2Morgen kurz abfragen. Zehn Minuten genügen. Frag dich ab, statt nochmals zu lesen.
- 3In einer Woche nochmals. Trag dir den Termin gleich ein. Was dann noch sitzt, bleibt.
Ein bisschen vergessen ist gut. Es fühlt sich an wie ein Rückschritt, ist aber der Moment, in dem das Wiederholen am meisten bringt.
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